Hey, little green! Kleine Wunder aus Saatpapier

2022-03-04 08:16:40 By : Ms. vicky xu

INTERVIEW | Die kreativen Papeterieprodukte aus Saatpapier von heyittlegreen sind nicht nur schön anzusehen, sie haben auch besondere innere Werte.

INTERVIEW | Die kreativen Papeterieprodukte aus Saatpapier von heyittlegreen sind nicht nur schön anzusehen, sie haben auch besondere innere Werte.

Über eine schöne Grußkarte zum Geburtstag oder zu Weihnachten freut man sich zwar immer – doch meist landet sie kurze Zeit später in einer Kiste oder Schublade, oder schlimmstenfalls direkt im Müll. Das passiert mit den Karten von heylittlegreen (hoffentlich) nicht: Diese bestehen nämlich aus Saatpapier und können vollständig eingepflanzt werden. Statt in Kiste oder Müll landen sie in einem Topf und entwickeln sich zu Kräutern, Gemüse oder Blumen, an denen man noch lange Zeit Freude hat.

Wie die Saatpapier-Papeterie entsteht und welche Mission die Gründer*innen Jana und Pascal damit verfolgen, erfährst du im Interview mit Jana.

Jana: Kurz gesagt: Ein Papier, in dem eine ganze Menge Leben steckt! Bienenfreundliche Blumen, zarte Gräser, duftende Kräuter und leckeres Gemüse – das alles kann aus unserem handgemachten Papier wachsen. Aber damit noch nicht genug. Aus unserem Saatpapier zaubern wir in Handarbeit Karten, Kalender und Papeterie für ganz besondere Anlässe. Und das Schöne daran? Das Papier kann später komplett eingepflanzt werden und muss nicht in der Schublade sein Dasein fristen oder gar im Müll landen. Eine wirklich nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Papeterie-Produkten!

Saatpapier ist einfach faszinierend! Eine Pflanze aus einem kleinen Samenkorn großzuziehen ist ja schon ein kleines Wunder. Wenn dann aber aus Papier noch Pflanzen wachsen, hat das für uns etwas ganz und gar Magisches. Und genau das finden wir daran auch so besonders. Unser Saatpapier ist nicht nur nachhaltig. Es zeigt uns auch immer wieder ganz deutlich, wie wundervoll die kleinen Dinge im Leben sein können.

Ein so schöner Gedanke hinter einem Produkt wie Saatpapier verdient eine mindestens genauso wertschätzende Herstellung. Daher haben wir uns von Anfang an dagegen entschieden, Saatpapier einfach aus der industriellen Massenproduktion zu beziehen und haben uns stattdessen dafür entschieden, es selbst herzustellen. Vom Papier über das Design bis zum Druck fertigen wir bei heylittlegreen alles selbst an. Dadurch können wir eine nachhaltige Herstellung und hohe Qualität sicherstellen. Ein ehrliches Produkt von echten Menschen. Unsere persönlichen Werte spiegeln sich voll und ganz in unseren Produkten wider. Ganz zentral ist für uns die Rückbesinnung auf Wertigkeit und Natur. Jedes Saatpapier ist ein Einzelstück, mit Ecken und Kanten und seiner eigenen Geschichte. Perfekt unperfekt, wie auch unsere Natur selbst!

Unser Papier aus Baumfasern herzustellen, kam für uns nicht in Frage. Stattdessen haben wir nach einer wirklich nachhaltigen Alternative für unsere Papierherstellung gesucht – und gefunden!

Die Lösung: Weizenstroh. Kein Baum muss gefällt, keine Pflanze extra angebaut werden. Weizenstroh ist ein Neben- bzw. Abfallprodukt bei der Getreideernte. Für unser fertiges Saatpapier fehlt dann tatsächlich nur noch das Saatgut. Auf chemische Zusatzstoffe verzichten wir komplett. Schließlich soll unser Papier ja guten Gewissens eingepflanzt werden können.

All unsere Rohstoffe beziehen wir direkt von deutschen Hersteller*innen. Beim Saatgut achten wir darauf, dass es sich um samenfestes bzw. sortenreines Saatgut handelt. Hauptsächlich nutzen wir das Saatgut heimischer (Wild-)Pflanzen, die nicht nur schön, sondern auch noch bienenfreundlich sind. Unser Weizenstroh wird beim Hersteller zu Pflanzenfaser-Rohstoff komplett abfallfrei aufbereitet. Die Reste in der Aufbereitung werden z.B. als Kompost-Erde weiterverwendet. Uns ist insgesamt also sehr wichtig, dass auch unsere Lieferanten einen großen Wert auf Nachhaltigkeit legen.

Dann mal auf in unsere Werkstatt! Wie ihr ja wisst, entsteht unser Papier zu 100 % in Handarbeit. Wir beginnen damit, den Weizenstroh-Faserstoff gemeinsam mit Wasser zu einem Faserbrei zu vermengen, der sogenannten Pulpe. Diese geben wir dann in unsere Schöpfwanne und fügen noch jede Menge Saatgut hinzu. Jetzt müssen wir das Ganze erst einmal gut umrühren.

Mit unserem Papierschöpfrahmen wird ein Bogen Papier nach dem anderen aus der Wanne geschöpft, auf Filze gegautscht und übereinandergestapelt. Als nächstes wandert es in die Presse, um das überschüssige Wasser aus dem Papier zu befördern. Jetzt ist Zeit für die Trocknung. Ein wenig Geduld und dann geht es auch schon weiter.

Sobald unser Saatpapier trocken ist, kann die Veredelung beginnen. Und hier können wir unserer Kreativität freien Laufen lassen! All unsere Illustrationen und Motive stammen aus unserer eigenen Feder. Auch den Druck unserer Papiere haben wir selbst in der Hand. Unseren Saatpapier-Kalender „Ein Jahr voll grüner Wunder“ haben wir z.B. im Letterpress-Druckverfahren mit unserem Heidelberger Tiegel bedruckt.

Jana und Pascal stellen das Saatpapier selbst her (Bilder: heylittlegreen).

Als erstes solltest du dir einen hellen Platz am Fenster suchen und die Anzucht vorbereiten. Das Saatpapier kannst du in kleinen Stückchen auf eine wasserabweisende Unterlage (z.B. Schale oder Teller) legen. Wir empfehlen die Anzucht im Zimmer für eine bessere Gelingsicherheit. Dann solltest du das Saatpapier gut anfeuchten und bis zur Keimung unbedingt feucht halten. Damit das Papier nicht austrocknet, kannst du es mit einem durchsichtigen Deckel oder einer Frischhaltefolie mit Löchern abdecken. So entsteht ein ideales Klima für die Keimung. Lüften nicht vergessen! Es ist ganz wichtig, dass das Saatpapier ununterbrochen feucht ist, da sonst der Keimungsprozess gestoppt werden könnte.

Etwa 1-2 Wochen nach der Keimung kannst du die kleinen Pflanzen dann in Erde einbetten (vorher bitte nicht, da die Samen zur Keimung Licht benötigen). Neben einer ordentlichen Portion Zuwendung und Hingabe, solltest du außerdem noch die Vorlieben und Bedürfnisse der jeweiligen Sorte beachten. Aussaatzeitpunkte, Standort- und Bodenansprüche können stark variieren.

Die Natur hält unendlich viele Wunder bereit. Bei der heutigen Schnelllebigkeit gerät das oftmals in Vergessenheit. Mit unserer Arbeit möchten wir dazu beitragen, dass die Wunder der Natur wieder bewusster wahrgenommen werden. Deswegen ist es unsere Mission, kleine grüne Wunder mit Hilfe unserer Produkte wieder zurück in den Alltag der Menschen zu bringen. So möchten wir das Bewusstsein für die kleinen Dinge im Leben stärken und darauf aufmerksam machen, wie viel Magie uns doch tagtäglich umgibt. Außerdem wollen wir zeigen, dass Nachhaltigkeit und Ästhetik Hand in Hand gehen können. Nachhaltigkeit bedeutet nicht automatisch Verzicht, sondern kann auch einen echten Mehrwert bringen!

Vielen Dank für das Interview, liebe Jana!

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